Konzeption

1. Vorwort

 Werter Leser!

Sie halten die überarbeitete Fassung der Konzeption unseres Kindergartens „Tausendfüßler“ in Ihren Händen. Wir möchten Ihnen unsere Kindertagesstätte mit ihren Rahmenbedingungen vorstellen und treffen Aussagen zu unserem Leitbild und unseren Werten.

Unser Team ist sich darüber bewusst, dass diese Konzeption auch weiterhin großes Entwicklungspotential hat und somit auch in den nächsten Jahren kein abgeschlossenes Papier darstellt. Es gilt sie für die zukünftigen Bedürfnisse der Kinder und ihren Familien, sowie die der Gesellschaft, in der wir leben, offen zu halten.

Diese Konzeption dokumentiert den Alltag in unserem Haus und verdeutlicht unsere pädagogischen Schwerpunkte und Zielsetzungen. Sie macht unsere Arbeit für die Familien, die Öffentlichkeit und unseren Träger transparent und gibt unserem Team einen Orientierungsrahmen, Sicherheit und Motivation.

Wir werden diese Konzeption mit den Kindern und Ihnen, werte Eltern, leben und stetig weiterentwickeln.

2. Der Träger unserer Einrichtung stellt sich vor

Miteinander – Füreinander

So lautet das Leitmotiv der Volkssolidarität, dass unsere tägliche Arbeit, die wir mit Menschen jedes Lebensalters leisten, prägt. Wir betreiben inzwischen über 80 Einrichtungen in unserem Kreisverband. Seit 1991 befinden sich auch Kindertagesstätten in unserer Trägerschaft. In unseren Einrichtungen werden Krippe-, Kindergarten- und Hortkinder betreut. Ebenso betreuen wir Kinder und Jugendliche vom Babyalter an in unseren Kinderheimen und Jugendclubs.

Wir bieten Unterkunft und Versorgung für hilfsbedürftige Menschen in jeder Lebensphase und auch mit Behinderungen in unseren Wohn- und Pflegeheimen.

Wir sind ambulant für alle da, die Unterstützung benötigen, sei es im Haushalt, in der Gesundheits- und Körperpflege oder beim Essen auf Rädern.

Wir sind Schulträger für das Freie Gymnasium in Borsdorf.

Nicht zuletzt haben wir einen soliden Mitgliederverband, der – mit vielen ehrenamtlichen Helfern – in unseren Ortsgruppen und Begegnungsstätten aktiv ist und das Fundament des Vereins darstellt. Deshalb freuen wir uns auch über jeden, der durch seinen Beitritt unsere Arbeit stärkt.

Alle unsere Einrichtungen werden konfessionell und politisch unabhängig geleitet und nach dem Leitsatz „Miteinander – Füreinander“ und trotzdem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt.

Diese Gratwanderung ist nicht immer einfach, da der Gesetzgeber uns enge Rahmenbedingungen vorgibt. Trotzdem geben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sei es ehren- oder hauptamtlich, stets engagiert, fachlich qualifiziert und ganz auf den Menschen orientiert, ihr Bestes.

Der Mensch im Mittelpunkt

Diese Aussage kennzeichnet den Kreisverband Leipziger Land/ Muldental e.V. der Volkssolidarität. Unser Kreisverband ist ein anerkannter freier Träger der Jugendhilfe im Stadt- und Landkreis Leipzig, im Muldentalkreis und im Landkreis Nordsachsen.

Humanität – Solidarität – Wärme und Geborgenheit

– Die Rechte und der Schutz der Kinder stehen im Mittelpunkt unseres täglichen Handelns.

– Der pädagogische Alltag ist geprägt von Respekt und Vertrauen in die Kompetenzen der

Kinder.

– Die ganzheitliche Entwicklung der Kinder wird von uns gemeinsam mit den Eltern individuell

geplant und gestaltet, sowie durch entsprechende Dokumentationen begleitet.

– Unsere pädagogische Arbeit erfolgt transparent, unabhängig von Herkunft, Geschlecht,

sozialem Status, ethnischer Zugehörigkeit und Weltanschauung.

– Unsere pädagogischen Fachkräfte fördern und fordern die Kinder auf der Grundlage

länderspezifischer Gesetzlichkeiten und nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildung

angeboten teil.

– Unsere Kindertageseinrichtungen sind Zentren vielfältiger Erdfahrungs-, Begegnungs- und

Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Jung und Alt.

– Wir arbeiten kooperativ mit sozialen Einrichtungen der Volkssolidarität und mit Institutionen

der Kinder und Jugendhilfe, sowie im Gemeinwesen. (Potsdam, den 06.03.2009)

3. Unsere Kindertagesstätte stellt sich vor

3.1 Die Geschichte unserer Kindertagesstätte

Unsere Kindertagesstätte wurde …. gebaut. Ursprünglich sollte das gesamte Gebäude als Kindertageseinrichtung zur Verfügung stehen. Da dafür nach 1989, durch sinkende Geburtenraten, keine Notwendigkeit bestand, entschied man sich für eine Doppelnutzung. So befindet sich in der einen Haushälfte unser Kindergarten und in der anderen das Ärztehaus. Die Kindertagesstätte wurde 1990 eröffnet und befand sich in Trägerschaft der Stadt Taucha. Die Volkssolidarität Leipziger Land/ Muldental e.V. übernahm die Einrichtung in freier Trägerschaft im Jahr 1991.

Unsere Kindertagesstätte bietet Platz für 34 Krippenkinder und 106 Kindergartenkinder.

In den letzten Jahren wurde die Kindertagesstätte innen, wie außen verschönert. Den Freispielbereich haben wir 2014 mit neuen Spielgeräten für die Kinder ausgestattet.

3.2 Lage und soziales Umfeld

Unsere Kindertagesstätte liegt am östlichen Siedlungsrand von Taucha und grenzt direkt an das Wohngebiet „Bogumils Garten“. In den letzten Jahren sind in der näheren Umgebung viele Einfamilienhäuser entstanden und die Häuser der „Zwickschen Siedlung“ wurden komplett saniert und modernisiert.

Die Lage der Kindereinrichtung ist sehr zentral. In unmittelbarer Nähe befinden sich unsere Kooperationsschule (Regenbogenschule), andere Kindertagesstätten, der Stadtpark mit vielen Ausflugsmöglichkeiten, sowie diverse Einkaufsmöglichkeiten. In wenigen Minuten kann man die Straßenbahn, den S-Bahnhof und verschieden Buslinien erreichen.

Der Einzugsbereich unserer Kindertagesstätte erstreckt sich über ganz Taucha und seine umliegenden Ortsteile.

Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, stammen zumeist aus einem gefestigten, sozialen Umfeld. Wir freuen uns auf jedes Kind, egal welcher Religion oder Kultur es angehört.

3.3 Räumlichkeiten

Unsere Kindertagesstätte ist in einen Krippen und einen Kindergartenbereich gegliedert. In der unteren Etage betreuen wir die Kinder bis zum dritten Lebensjahr und unsere jüngsten Kindergartenkinder.

Den jüngsten Krippenkindern steht in unserer Kindertagesstätte ein eigener Bereich zur Verfügung. Im Gruppenzimmer finden die Kinder Spielmöglichkeiten vor und nehmen Ihre Mahlzeiten ein. Der Schlafraum dient nicht nur dazu, dass die Kinder hier ihre Mittagsruhe halten. Er wird auch zum Spielen und bewegen genutzt, da wir hier über den Platz verfügen. Des Weiteren nutzen die Kinder ihr eigenes Bad und ihre Garderobe.

Die Gruppenzimmer der älteren Krippenkinder und jüngsten Kindergartenkinder sind mit Puppenecken, Bauecken, Leseecken und Möglichkeiten für Tischspiele oder kreatives Gestalten eingerichtet. Eines dieser Zimmer verfügt über eine Hochebene. Zu beiden Räumen gehören ein gemeinsames Bad und eine Garderobe.

In der oberen Etage leben, lernen und spielen die Kindergartenkinder in zwei Bereichen. In denen sich jeweils zwei Gruppenzimmer, ein Bad und die Garderobe befinden.

Alle Gruppenräume sind hell und freundlich gestaltet. Entsprechend den Bedürfnissen und dem Alter der Kinder verfügen sie über Puppenecken, große Bauecken und Möglichkeiten für verschiedenste Tischspiele. Die Vorräume der Zimmer laden z.B. zum gemeinsamen Rollenspiel oder zum Rückzug in der Leseecke ein.

Die Kinderküche wird von unseren Kindergartenkindern wöchentlich genutzt. Ob die Zubereitung des Mittagessens oder das Backen eines Kuchens – die Kinder sind an ihrem „Küchentag“ selbständig, aber auch kooperativ tätig. Sie wiegen, sie zählen, sie rühren und formen. Gleichzeitig lernen sie aufeinander zu achten und unterstützen sich bei der Handhabung der Küchengeräte gegenseitig. Da schmeckt das gemeinsam Zubereitete umso besser.

Lernen und Begreifen im frühen Kindesalter ist vor allem das Lernen über die Wahrnehmung und die Bewegung. Die Kinder haben im Bewegungsraum die Möglichkeit, vielfältige Erfahrungen mit Hilfe unterschiedlicher Materialien und Geräte (z. B. Weichbodenmatte, Sprossenwand, Trampolin etc.) zu sammeln. Hier ermöglichen die pädagogischen Fachkräfte den Kindern, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben und sich an neuen Situationen auszuprobieren.

3.3 Außengelände

Unsere Kindertagesstätte verfügt über ein 1866 qm großes Außengelände.

Für unsere jüngsten „Tausendfüßler“ haben wir einen Bereich geschaffen, in dem sie sich sicher bewegen und ausprobieren können. Dazu nutzen sie gern den Sandkasten, einen Klettertraktor und eine Spielhütte, sowie altersgerechte Spielmaterialien.

Die „Tausendfüßlerstrecke“ lädt zum Klettern, Hangeln, aber auch zum Ausruhen rund um unseren Berg ein. Kletterstangen, eine Sandbaustelle, die Vogelnestschaukel und ein Wippschiff animieren die Kinder zu vielfältigen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten.

Die befestigten Wege sind die ideale Strecke zum Roller, Dreirad oder Rikscha fahren.

3.4 Unser Team

Derzeit arbeiten in unserem Team 13 staatlich anerkannte Erzieher und eine Leiterin mit dem Abschluss Leitung/ Management/ Frühpädagogik (BA).

Zu unserem Team gehören ebenso unser Hausmeister, sowie zwei externe technische Kräfte für die Küche und die Reinigung.

Die Leiterin ist für organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben zuständig. Sie arbeitet zielgruppenorientiert, d.h. sie unterstützt die pädagogische Arbeit der Erzieher, ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Elternrat und die Kooperation mit den Grundschulen, sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Die pädagogischen Fachkräfte sind für die Kinder Unterstützer und Begleiter im täglichen Entwicklungs-und Lernprozess. Für die Eltern sind wir Ansprechpartner und Berater.

Das Leitmotiv der Volkssolidarität „Miteinander – Füreinander“ ist auch Grundlage unserer Teamarbeit. Wir sind bestrebt die Qualität unserer Arbeit stets zu hinterfragen und zu verbessern und dabei die Belange von Kindern und Eltern zu achten.

Dabei sind wir uns dem ständig steigenden Anspruch an unsere Arbeit bewusst und sehen uns selbst als Lernende in unserer täglichen Arbeit mit dem Kind. Um unsere Fachkompetenz zu steigern, nutzen wir regelmäßig Fortbildungen. Ein jährlich stattfindender pädagogischer Tag dient dem gesamten Team zur Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit. An diesem Tag bleibt die Kindertagesstätte geschlossen. Der Termin wird schon zu Jahresanfang bekannt gegeben.

Sehr wichtig ist uns der stetige kollektive Austausch, um unsere Arbeitsweise, unsere gemeinsamen Werte und Ziele, sowie unseren Umgang miteinander zu hinterfragen. Als Team treffen wir gemeinsam Entscheidungen, die unsere Zusammenarbeit voranbringen und diskutieren Fragen offen und lösungsorientiert. Das umfasst auch Reflexions- und Planungsgespräche, monatliche Dienstberatungen und pädagogische Beratungen, Absprachen mit dem Träger, anderen Leitungskräften, sowie Beratungen mit den verantwortlichen der Stadt Taucha.

3.3 Gesetzliche Vorgaben

Unsere Betriebserlaubnis basiert auf nachstehenden gesetzlichen Vorgaben:

– SGB VIII

– LJHG

– SächsKitaG

– SächsKitaFinVO

– SächsIntgrVO

– SächsQualiVO

– Empfehlung des SMS zu den räumlichen Anforderungen an Kindertageseinrichtungen

– Empfehlung des SMS zum Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen im Freistaat

Sachsen

– Sächs. Nichtraucherschutzgesetz

– Jugendschutzgesetz

– Jugendmedienstaatsvertrag

– Richtlinien der Unfallkasse Sachsen b .z. w. des gesetzlichen Unfallversicherungsträgers

– Außerdem die Vorschriften des öffentlichen Gesundheitsdienstes, des Brandschutzes und

der Bauaufsicht

3.4 Öffnungszeiten und Gebühren

Unsere Kindertagesstätte hat von Montag bis Freitag, jeweils von 6.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

Wir schließen die Einrichtung am Brückentag nach Christi Himmelfahrt, an pädagogischen Tagen und zwischen Weihnachten und Neujahr, entsprechend der Schulferien, wie sie der Freistaates Sachsen für das entsprechende Jahr vorgibt.

Zu Jahresbeginn werden diese Schließtage allen Eltern bekannt gegeben.

Die Höhe der Elternbeitrage ist in der Anlage 1 gemäß § 4 (1) Satzung über die Erhebung von Benutzungsgebühren für die Benutzung der Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippe, Kindergärten, Horte bzw. Tagespflege entsprechend der Altersstufe) in der Stadt Taucha vom 09.12.2010 geregelt.

Dazu kommen die monatlichen Kosten für die Essenverpflegung, die Getränke und die Dokumentationspauschale.

4. Der Sächsische Bildungsplan mit seinen Bildungsbereichen und deren prak-

tische Umsetzung in der Praxis

Bildung beginnt mit der Geburt, dient der menschlichen Entwicklung und bringt diese voran. Kinder sind dabei die aktiven Konstrukteure ihres eigenen Wissens. (vgl. Fthenakis, 2009,

S. 19)

An diesen zeitgemäßen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Frühpädagogik, die sich auch im sächsischen Bildungsplan mit seinen sechs Bildungsbereichen wiederfinden, orientieren wir unsere tägliche Arbeit. Bindend sind für uns ebenso die derzeitigen Rahmenbedingungen, die der Gesetzgeben vorschreibt.

Alle Bildungsbereiche werden in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern vielschichtig angesprochen und sind nicht getrennt voneinander zu betrachten. Sie spiegeln sich ebenso in der Projektarbeit wieder.

Somatische Bildung

Diesem Bildungsbereich liegt der Leitbegriff „Wohlbefinden“ zu Grunde. Er umfasst Aspekte, die den Körper, die Bewegung und die Gesundheit betreffen. (SBP, 2006, S. 1)

Kinder erobern sich ihre Umwelt von Geburt an über ihren Körper, ihre Sinne und ihre Empfindungen. Im Laufe ihrer Entwicklung nehmen sie Zusammenhänge immer bewusster wahr, sammeln Erfahrungen und lernen in der Interaktion mit ihrer Umwelt.

Dabei sehen wir die Bewegung im Tagesverlauf als grundlegend für eine gesunde Entwicklung jedes Kindes an.

Alle Gruppen haben ihren wöchentlichen Bewegungstag. Die Kinder betätigen sich dann sportlich in unserem Bewegungsraum und probieren sich aus. Sehr wichtig ist uns, dass die Kinder täglich die Möglichkeit haben in unserem Freigelände zu spielen, zu rennen und zu toben oder auch sich zu erholen. Alle Gruppen nutzen auch Spaziergänge oder Ausflüge in die nähere Umgebung, um Taucha besser kennen zu lernen und den Kindern neue Bewegungsanlässe zu bieten.

Derzeit können unser Schulanfänger und die Gruppe der künftigen Schulanfänger einmal in der Woche die „Jubischhalle“ nutzen. Dort haben sie verschiedene Möglichkeiten und viel Platz sich sportlich zu betätigen.

Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten wir im Alltag sehr. Im Tagesverlauf bieten die Erzieher den Kindern zwei Obstmahlzeiten an. Getränke, wie Wasser oder ungesüßter Tee, stehen Ihnen je nach Bedarf immer zur Verfügung.

Die Kindergartenkinder nutzen Ihren wöchentlichen „Küchentag“, um sich die verschiedensten Mahlzeiten zuzubereiten. Im Vorfeld planen sie diese Tage mit Ihren Erziehern und kaufen die benötigten Lebensmittel gemeinsam ein.

Die Mittagsversorgung hat die Firma „Hofmann Menü“ übernommen. Die Kinder werden bei der Gestaltung des Speiseplans mit beteiligt, in dem sie mehrere Wochen im Monat gemeinsam mit der Küchenfee und den Erziehern zusammenstellen. Bei der Auswahl der Speisen für das Mittagessen, wie auch für die von uns angebotene Vesperversorgung achten wir auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Vorgaben.

Gerade in den ersten Lebensjahren sind die körperliche Pflege und die Erziehung zur Hygiene einen wichtiger Teil unserer Arbeit mit den Kindern. Dazu gehören das tägliche Händewaschen, das Kämmen und die Zahnpflege.

Einmal im Jahr besucht uns eine Zahnärztin der benachbarten Ärztehauses, um mit den Kindern über das richtige Zähneputzen zu sprechen und es natürlich auch zu üben.

Jährlich haben die Eltern auch die Möglichkeit, einer zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung durch den „Zahnmedizinischen Dienst“ des Landkreises Nordsachsen für ihr Kind zuzustimmen.

Außerdem untersucht die Amtsärztin ein Mal jährlich die allgemeinen Entwicklung, sowie das Hör- und Sehvermögen der 3 – 4 Jahre alten Kinder. Einer solchen Untersuchung müssen die Eltern im Vorfeld zustimmen.

Soziale Bildung

Unsere Kindertagesstätte ist in der Regel der erste Ort, an dem die Kinder regelmäßig Kontakte zu anderen Personen außerhalb ihrer Familie haben. Hier lernen sie andere Kinder und Erwachsenen kennen, mit denen sie gemeinsam den Alltag gestalten. Dabei ist hat für uns die Achtung der unantastbaren Würde eines jeden Menschen besondere Bedeutung. Unabhängig von seiner Leistung, Nation, Herkunft, Geschlecht und seiner Religion, hat jedes Kind das Recht auf persönliche Entfaltung und Selbständigkeit.

Der Vorzug unserer Gemeinschaftseinrichtung ist zum einen der freunschaftsstiftende Raum, als auch die Möglichkeiten zum Rückzug für das eigene Tun. So nutzt das Kind sein Recht auf Freiheit und Eigenständigkeit, z.B. wenn es im Tagesverlauf außerhalb seiner Stammgruppe mit anderen Kindern oder Fachkräften Kontakt aufnimmt.

Die bestehende Vielfalt erfahren Kinder als Bereicherung und erleben Toleranz und Respekt im sozialen Miteinander. Gleichzeitig erfahren sie, dass Werte und Normen für das tägliche Zusammenleben unerlässlich sind und durch Regeln unterstützt werden. Diese Regeln werden mit ihren Kindern gemeinsam besprochen und sind veränderbar.

Konflikte und Auseinandersetzungen, die meist im Spiel auftreten, werden durch unsere pädagogischen Fachkräfte zuerst beobachtet. So haben die Kinder die Chance diese Uneinigkeiten miteinander zu klären, Regeln auszuhandeln und Lösungen selbst zu finden. Sollte dies nicht möglich sein, so stehen die Pädagogen ihren Kindern beratend zur Seite. Wir verfolgen damit das Ziel, dass die Kinder Handlungskompetenzen für das soziale Zusammenleben erwerben und Grundlagen des demokratischen Handelns erlernen.

Kommunikative Bildung

Das soziale Miteinander ist wesentlich an die Kommunikation gebunden. Schon das Neugeborene kann sich mit der Mutter, dem Vater und anderen Bezugspersonen verständigen und zeigt sein Bedürfnis nach kommunikativem Austausch.

Sich verbal und nonverbal miteinander zu verständigen, ist ein lebenslanger Prozess.

Wenn die Kinder mit einem Jahr oder älter zu uns in die Kindertagesstätte kommen, so haben sie in der Familie schon erste Laute, Worte und Melodien kennengelernt.

Gerade für die Kinder im Krippenalter ist es wichtig, dass wir unsere Handlungen sprachlich begleiten und die Kinder animieren und so sprachlich fördern. Nur durch das Sprechen erlernen Kinder die Sprache.

Die kommunikative Bildung wird nicht isoliert vermittelt, sondern ist eingebettet in Spiel, Erlebnis- und Bewegungssituationen, also in gemeinsame Erlebnisse und Aktivitäten im gesamten Tagesverlauf.

Die pädagogischen Fachkräfte unterstützenden die Sprachentwicklung, wenn sie mit den Kindern in einen Dialog treten, um gemeinsam Aktivitäten, Ausflüge oder Projekte zu planen. So erfahren sie, was das einzelne Kind und die Gruppe bewegt, welche Interessen, Fragen und Wünsche es hat und fördern kommunikative Fähigkeiten. Dazu nutzen sie Morgenkreise, individuelle Gespräche mit dem einzelnen Kind, Buchvorstellungen, Gespräche in Spielsituationen und nutzen verschieden Medien wie CDs, Videos usw., oder singen gemeinsam Lieder und stellen Fingerspiele und Gedichte vor.

Dabei ist uns wichtig, dass jedes Kind nach seinem Vermögen zu Wort kommt. Der Fachkraft muss es gelingen, Mädchen und Jungen, bei denen Sprachbarrieren zu erkennen sind zur Beteiligung am Dialog zu ermutigen.

Ästhetisch Bildung

Ästhetische Bildung von Kindern ist ein ganzheitlicher Prozess und wird im sächsischen Bildungsplan mit dem Leitbegriff „Wahrnehmung“ belegt.

Beim Betrachten einer Blume werden z.B. neben visuellen Reizen, auch sinnliche Erfahrungen durch riechen, schmecken und fühlen gemacht. Es fügen sich Informationen aus der Bewegungswahrnehmung und bereits gesammelten Erfahrungen und Emotionen zusammen, mit denen sich jedes Kind ein Gesamtbild von seiner Welt erstellt. Wenn es malt, kann es verschieden Farben nutzen und ein Bild mit dem Pinsel oder mit anderen Materialien gestalten. Diese stehen den Kindern in allen Gruppenzimmern stets zur Verfügung.

Die Erzieher vermitteln den Kindern notwendiges Wissen zum Gebrauch und der Handhabung z.B. einer Schere, von Stiften, Pinseln und anderer Materialien und lassen ihnen zum Gestalten und Probieren ausreichend Zeit.

Weiter Inhalte dieses Bildungsbereiches sind die Musik, Tanz und Theater.

Musik ist eine sinnliche Erfahrung, die besondere Rahmenbedingungen und eine Vernetzung mit der Bewegung. Dafür stehen den Kindern verschiedene Instrumente und Medien im Tagesablauf zur Verfügung. Als externes Angebot können die Kinder ab dem vierten Lebensjahr wöchentlich, außer in den gesetzlich geregelten Ferien, an einem Musikkurs teilnehmen. Diesen bietet die Musikschule Delitzsch in unserer Kita an.

Das kreative Gestalten durch Rollenspiele, Tanz und Theaterspielen ist eine weitere künstlerische Ausdrucksmöglichkeit der Kinder. Sie können ihre Empfindungen darstellen und so Erlebtes verarbeiten.

In allen Zimmern nutzen sie dazu Funktionsecken und verschiedenste Materialien zum Verkleiden. Stolz sind ihre Kinder, wenn sie zu Elternnachmittagen, Oma und Opa – tagen oder Festen ihr künstlerisches Talent vor dem Publikum zeigen können.

Naturwissenschaftliche Bildung

Bereits Säuglinge erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen. Sie schauen, berühren Dingen, reichen hören und schmecken. Mit zunehmendem Alter lernen sie laufen und sprechen und erweitern ihre Möglichkeiten.

Wir als Erzieher bieten ihnen Gelegenheiten und verschiedenste Materialeien an, um zu forschen und sich ausprobieren zu können. Bei Spaziergängen oder Wandertagen sind die Rucksäcke auch mit Lupen, Schippen, Pinzetten, Linealen und verschiedensten Behältern gefüllt, um gefundenes und interessantes zu untersuchen und auch anderen Kindern in der Kindertagesstätte zu zeigen.

Mit Mikroskopen können sie verschiedenste Materialien und Dinge vergrößert ansehen. So unterstützen wir ihren Forscherdrang und fördern ihr Wissen und ihr Verständnis für die belebte und die unbelebte Natur.

Wir Erzieher sehen uns dabei als die Begleiter der Kinder, aber auch als Lernende. So stehen den Kindern und uns Sachbücher und Kinderlexikons zum Bestimmen und nachlesen zur Verfügung.

Mathematische Bildung

Uns geht es in der Frühpädagogik darum, dass Kinder so früh wie möglich beginnen, ihre Alltags- und Umwelterfahrungen mit der Welt der „Mathematik“ zu verbinden, ohne das Gefühl zu haben belehrt zu werden. Das Sichtbarmachen der Zusammenhänge ist unser Ziel, z.B. beim Einkaufen für ihren Küchentag, beim Lebensmittel abzählen oder diese zu wiegen.

Durch das Zuordnen von Materialien nach bestimmten Merkmalen, lernen die Kinder das Ordnen, Vergleichen und Sortieren von Objekten, Körpern, Figuren und Proportionen. Im Alltag geschieht das beim Aufräumen der Spiel- und Bastelmaterialien, beim Durchzählen im Sport oder beim Sammeln von Naturmaterialien, die sie auf einer Exkursion finden und mitnehmen.

Sie begreifen den Sinn der Zahlen, wenn sie die anwesenden Kinder zählen, um den Tisch zu decken oder auch, wenn sie am Kalender schauen, an welchem Tag sie Geburtstag haben. So lernen sie, dass Zahlen dem Alltag auch eine Struktur geben und überall präsent sind.

Beim Bauen, Malen und Gestalten erlangen Kinder Vorstellungen über die Geometrie. Sie lernen Formen wie das Rechteck, den Kreis oder das Dreieck zu benennen. Durch schneiden, kleben und formen schaffen sie Formen und Figuren, die ihre Fähigkeit der räumlichen Wahrnehmung unterstützt.

Die Entwicklung mathematischer Vorstellungen ist grundlegend für das Verstehen von Zusammenhängen und die Erklärung unterschiedlicher Phänomene in der Umwelt. Für die Kinder ist es wichtig, dass sie lernen, ihr eigenes Denken wahrzunehmen. Wenn sie uns berichten was sie denken und wie sie denken, dann ist es unsere Aufgabe ihnen Hilfestellung zu geben diese Gedanken zu veranschaulichen und weiterzuführen. Die Alltagserfahrungen mit der Mathematik zu verbinden, soll ihnen Spaß machen und ihre Neugier immer weiter fördern.

Religiöse Grunderfahrungen und Wertevermittlung

Die Erziehung und die Umwelt erzeugt schon von klein auf eine bestimmte Grundeinstellung, die bestimmt, was man im Leben schätzt und als wichtig empfindet. Dementsprechend prägen in der Kindheit vermittelte Werte den Menschen sein Leben lang.

Wir als pädagogische Fachkräfte sind Vorbilder für die Kinder und begegnen ihnen achtend und wertschätzend. Wir vermitteln Werte, die ihnen helfen sich in der Welt zu Recht zu finden und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. So erwerben sie Kompetenzen, um autonom, sachbezogen und situationsgerecht entscheiden zu können.

In unserer Kindertagesstätte sind wir für alle Religionen offen. Christliche Feste, wie z.B. Ostern und Weihnachten, begehen wir im Jahresverlauf. Wir nutzen auch die Möglichkeit Kirchen in Taucha zu besuchen oder das Martinsfest hier zu begehen.

So erleben die Kinder vielfältige Ansichten und Weltbilder, die unsere moderne Gesellschaft prägen.

5. Pädagogischer Ansatz

5.1 Die Bedeutung der Erziehung und Bildung in unserer Kindertagesstätte

Oberstes Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist, dass jedes Kind gern in unsere Kindertagesstätte kommt und sich wohl fühlt. Wir möchten unseren Kindern am Morgen das Gefühl geben, dass wir es erwarten und uns freuen, dass es in die Kita kommt.

Die Bildung und Erziehung des Kindes verstehen wir als einen ganzheitlichen Prozess, der in den sozialen Kontext unserer Kindertagesstätte eingebettet ist.

Kinder entwickeln aus ihren Erfahrungen heraus Strukturen, mit denen sie ihre soziale, sachliche und geistige Welt erfassen. Das heißt, dass die frühkindliche Bildung immer die Selbstbildung des Kindes ist. Es lernt und verinnerlicht, wenn es sich für Dinge, Abläufe und seine Umwelt interessiert und baut sein Wissen auf schon gewonnenen Erfahrungen auf. Was ein Kind nicht erlebt, wird also nie zum Gegenstand seiner Bildung.

Unsere Aufgabe ist es, dem Kind gute Bedingungen und eine anregende Umgebung für Lernanlässe zu bieten. Grundlage dessen ist die wertfreie und ausführliche Beobachtung des Kindes, die sich an seinen Stärken orientiert und nicht an seinen Schwächen. Durch gute Rahmenbedingungen und geeignete Methoden unterstützen wir das Kind sich Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse anzueignen.

Eine gute Bildungs- und Erziehungskultur basiert auf gelingenden Beziehungen aller Beteiligten zueinander. Das umfasst das wechselseitig wirkende Handeln der Kinder untereinander, zwischen dem Kind und der pädagogischen Fachkraft und zwischen Eltern und Fachkraft.

Eltern sind im Bildungs- und Erziehungsprozess wichtige Partner für uns, da sie die Experten für ihr Kind sind. Ziel dieser Partnerschaft ist das gemeinsame Agieren zum Wohle des Kindes.

Das alles gelingt uns nur, wenn wir uns selbst als Lernende begreifen, täglich an uns arbeiten und uns regelmäßig weiterbilden.

5.2 Unser Bild vom Kind

Unser Bild vom Kind ist geprägt von der Überzeugung, dass jedes Kind eine autonome Persönlichkeit ist, die sich aktiv und positiv dem Leben zuwendet. Wir nehmen jedes Kind so an wie es ist und unterstützen seine Entwicklung.

In unserer Einrichtung schaffen wir eine Umgebung in der es sich als Teil einer Gemeinschaft aufgehoben, wertgeschätzt und sicher fühlt. Seine Gefühle werden durch uns wahrgenommen und geachtet. Es kann individuell oder in der Gruppe kann seiner Neugier, seiner Entdeckungsfreude und seinem Bewegungsdrang nachgehen.

Basierend auf dem Prinzip der Demokratie nutzen die Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes ihr Recht auf Mitbestimmung und Mitsprache an ihrer Bildung und allen sie betreffenden Bereichen.

5.3 Unser Erzieherverständnis

In unserer Rolle als Erzieher verstehen wir uns als Begleiter des Kindes. Wir sind uns unserer Vorbildrolle bewusst und begegnen jedem Kind freundlich und offen. Wir akzeptieren seine Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben und stärken es auf allen Gebieten. Durch intensives Beobachten können wir die Individualität des Kindes, seine Stärken und Schwächen, erkennen und gehen sensibel auf seine Entwicklung ein. Wir fördern seinen Wissens- und Entdeckerdrang, lassen es selbst Lösungen finden und trösten es bei Misserfolgen. Enttäuschungen sollen das Kind nicht entmutigen, sondern als neue Chance zum Lernen dienen.

Um die Persönlichkeitsentwicklung optimal zu unterstützen, ermöglichen wir dem Kind Freiräume, in denen es sich gerade im Spiel verwirklichen kann. Voraussetzung dafür ist das Schaffen einer vertrauensvollen Beziehung zwischen dem Kind und uns.

Erziehung und Mitbestimmung sind wesentliche Bestandteile des Lebens in der Gemeinschaft unserer Kindertagesstätte. Grenzen und Regeln erarbeiten und besprochen wir gemeinsam, so dass sie alle verstehen und akzeptieren. Sie können jederzeit diskutiert und bei Bedarf neu aufgestellt werden. So lernen die Kinder sich für ihre Belange einzusetzen und ihre Meinung zu vertreten, die des anderen aber auch anzuerkennen.

Großen Wert legen wir auf eine angemessene Streitkultur in unserem Haus. Unser Anliegen ist es, das die Kinder lernen, Konflikte friedlich und selbständig zu lösen. Hier nehmen wir eine Beobachterposition ein, stehen den Kindern aber stets beratend zur Seite.

Ebenso wichtig ist uns die Bewegungserziehung unserer Kinder. Mit dem wöchentlich stattfindenden Angebot in unserem Bewegungsraum, dem täglichen Freispiel in Garten und regelmäßigen Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung unserer Einrichtung möchten wir, dass die Kinder vielfältige Bewegungserfahrungen machen, sowie ihre motorischen und Fähig- und Fertigkeiten erweitern. Dabei verfolgen wir auch gesundheitliche Aspekte, um den zunehmenden Bewegungsmangel der Kinder auszugleichen.

Diese regelmäßigen Aufenthalte in der Natur bieten den Kindern die Möglichkeit, die Natur als natürlichen Spiel-, Lern- und Erfahrungsraum zu erleben. Rechnen, wiegen, gestalten und forschen sollen nicht nur im Zimmer stattfinden.

Vom ersten Tag seines Aufenthaltes in der Kita bereiten wir Ihr Kind auf die Schule vor, so dass es selbstbewusst, lebensfroh und interessiert in diesen neuen Lebensabschnitt startet.

5.4 Die Rechte des Kinds in unserer Kindertagesstätte

Kinder sind vollwertige Persönlichkeiten, denen Respekt, Achtung und wohlwollende Zuwendung gebührt. Sie haben, entsprechend ihrem Entwicklungsstand, ein Recht auf Beteiligung an Entscheidungen, die sie selbst und die Gemeinschaft in der Kita betreffen. Kinder brauchen Chancen, ihre Wege selbst zu suchen und mit anderen auszuhandeln. So erlernen sie demokratische Fähigkeiten wie Solidarität, Toleranz und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

Da Bildung immer Selbstbildung ist, bedeutet das für uns Erzieher, dass Kinder aktiv sein müssen, um zu verinnerlichen, was sie in ihrem Umfeld erleben. Ein Kind erlangt nach seinem eigenen Tempo Wissen und Können, wenn es an seiner Bildung und der Gestaltung seines Alltags teilhat. Es entscheidet selbst, was es wann lernt. Wir sorgen durch verschiedenste Methoden für die nötigen Anreize, ob in der Projektarbeit oder durch die Bereitstellung verschiedenster Materialien. So wächst es bei uns von klein auf in eine Beteiligungskultur hinein und lernt für sich und andere mit zu entscheiden.

Zum Einen gibt es eine Alltagsstruktur, die dem Kind Sicherheit und Orientierung gibt, zum anderen hat es Freiräume um sich zurück zu ziehen, sich mit verschiedensten Materialien zu befassen oder sich mit anderen zu treffen. So kann es soziale Kontakte im Haus, wie auch im Freigelände, wahrnehmen, eigene Spielregeln in der Gruppe aufstellen und lernt mit berechenbaren Gefahren umzugehen.

Die Räume sind auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet und jederzeit veränderbar.

Die Kinder gerade Den wöchentlichen Morgenkreis nutzen wir , um uns mit den Kindern über Erlebtes auszutauschen und Vorhaben zu planen.

Wir gestalten unsere Ernährung gesund und gehen auf individuelle Besonderheiten ein. Die Mahlzeiten nehmen wir in einer entspannten Atmosphäre ein, in der sich die Kinder und Erzieher über die Erlebnisse des Tages bei Tischgesprächen austauschen können.

5.5 Unser pädagogischer Ansatz – „Der Situationsansatz“

Der Situationsansatz ist ein Bildungskonzept für den Elementarbereich, das die jeweiligen aktuellen Bedingungen einer Einrichtung berücksichtigt und entscheidend in die Umsetzung einbezieht: die persönliche Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien, Bedürfnisse von Kindern und Eltern, die soziale Situation im Einzugsgebiet, Wertorientierung des Trägers und räumliche Gegebenheiten der Einrichtung.

Das Menschenbild des Situationsansatzes geht davon aus, dass Kinder in der Lage sind, ihre Entwicklung aktiv zu steuern. Sie haben von Anfang an Kompetenzen, um ihre Umwelt altersgemäß zu beeinflussen und zu gestalten.

In der pädagogischen Kompetenz der Fachkraft liegt es herauszufinden, welche Situation für die Kinder so eine große Bedeutung hat, dass daraus ein Projekt entsteht.

Im „Situationsansatz“ wird ein Projekt in vier Schritten geplant:

– Auswahl der Schlüsselsituation und Situationsanalyse

– Zielentscheidung

– Methodische Umsetzung

– Auswertung

Zu den handlungsorientierenden Grundsätzen gehört demzufolge:

– die Lebenssituationen von Kindern und Familien, also den Erfahrungsschatz und den Er-

wartungshorizont, die Erlebnisse, Wünsche und Visionen der Kinder zum Ausgangspunkt

der pädagogischen Arbeit zu machen,

– den Kindern vielfältige Zugänge zu Wissen und Erfahrungen in realen Lebenssituationen zu

verschaffen,

– jüngeren und älteren Kindern im gemeinsamen Tun vielseitige Lernerfahrungen zu ermögli-

chen,

– Voraussetzungen zu schaffen, dass Kinder ihr Leben in der Kindertageseinrichtung aktiv

mit gestalten können und Werte und Normen des Zusammenlebens im Alltag erleben,

– die besonderen Bildungschancen in einer Gesellschaft zu nutzen, die durch verschiedene

Kulturen geprägt ist,

– die Eltern an der Erziehung und Bildung ihrer Kinder in der Kindertageseinrichtung zu betei-

ligen, und die Arbeit transparent zu machen,

– enge Beziehungen zum sozial-räumlichen Umfeld zu entwickeln,

– die pädagogische Arbeit nach den vier Planungsschritten des Situationsansatzes mit den

Kindern zu planen und zu dokumentieren, und schließlich

– die Organisationsstruktur der Einrichtung entsprechend dem Konzept Situationsansatz zu

gestalten.

Der Situationsansatz ist ein anspruchsvolles pädagogisches Konzept, das den Anforderungen des Lebens in einer Zeit des Wandels, der Veränderung, der Widersprüche, der Verschiedenheit und der Selbstverantwortung entsprechen muss. Der Kindergarten wird seinem Bildungsauftrag erst dann gerecht, wenn Kinder Erkenntnisse erwerben können, die ihnen helfen, Anforderungen jetzt, sofort und auch in Zukunft zu bewältigen, wenn sie vor ähnlichen Situationen stehen.

Die pädagogische Fachkraft ist dafür verantwortlich, dass Kinder etwas erleben und so aktiv lernen und handeln können. Es gilt aus Situationen und Beobachtungen Bildungsinhalte herauszufiltern und daraus den „Lernstoff“ zu entwickeln, der Kinder interessiert und ihn auf ihre Lebensbedingungen abzustimmen. Die Dokumentation dient der gemeinsamen Reflexion der Erfahrungen. Hier hinterfragen wir auch kritisch, was gut und was weniger gut gelungen ist.

5.6 Projektarbeit

Im „Situationsansatz“ spielt die Methode „Projektarbeit“ eine große Rolle, um das Welt- und Selbstverständnis der Kinder, sowie ihre alltagsbezogenen Fertigkeiten zu stärken.

Projekte orientieren sich an den Interessen und Fragen der Kinder, sowie an ihren Lebenssituationen. Die Aufgabe der Fachkräfte ist es, diese Schlüsselsituationen aufzugreifen und die Kinder auf der Suche nach Antworten zu unterstützen. Dazu gehören die Bereitstellung von Räumen, verschiedenen Materialien und Medien, sowie der Austausch durch Gespräche. Den Kindern ermöglichen wir so selbständiges und ganzheitliches Lernen in den verschiedenen Bildungsbereichen des „Sächsischen Bildungsplanes“.

Es geht nicht um die Erreichung eines Zieles, sondern darum, dass Kinder selbstbestimmt und ganzheitlich lernen. Das tut jedes Kind auf seine individuellen Art und Weise. Die Gruppe macht es aber erst möglich, in den Austausch zu treten und zu erfahren, was andere denken, erforschen und erfahren haben.

Projektarbeit ist auch immer für die Erzieher spannend, da ein Projekt von den Ideen und der Beteiligung aller lebt. Das heißt für uns, als begleitende Erwachsene, ebenso wie für die Kinder, offen und neugierig im Projektverlauf zu sein.

5.7 Beobachtung und Dokumentation

Die Grundlage pädagogischen Handelns ist genaues Beobachten und Wahrnehmen des einzelnen Kindes, um dort ansetzen zu können, wo seine Fähigkeiten, Bedürfnisse und Interessen liegen und welche Sicht es auf seine Umwelt hat. Mit diesem Bild vom Kind treffen wir Feststellungen für unsere Arbeit, wie wir die Bildungsprozesse des Kindes und seine Neugier auf die Welt unterstützen können?

Neben der Entwicklung des einzelnen Kindes zeigen wir auch die Entwicklung der Gruppe. Dazu nutzen wir Aushänge an der Gruppenpinnwand mit Fotos und Texten, die Arbeiten der Kinder und Videos aus dem Kindergartenalltag.

Eine uns sehr wichtige Dokumentationsform ist das Portfolio ihres Kindes. Es wird für jedes Kind angelegt, um seine gesamte Zeit in unserem „Tausendfüßler“ zu dokumentieren. Diese Mappe gestaltet das Kind gemeinsam mit dem Erzieher. Sie steht ihm, wie auch Ihnen, werte Eltern, jederzeit zur Ansicht zur Verfügung.

Die Ergebnisse unserer Beobachtungen bilden einerseits eine wichtige Arbeitsgrundlage für unsere pädagogische Arbeit und dienen gleichzeitig als Grundlage für qualifizierte Entwicklungsgespräche. Hier haben wir Erzieher die Gelegenheit, uns mit Ihnen als Eltern in einem individuellen Gespräch über die Entwicklung Ihres Kindes auszutauschen. Dazu laden wir Sie, werte Eltern, mindestens ein Mal im Jahr, herzlich ein.

6. Übergänge

6.1 Der Übergang aus der vertrauten Familie in unsere Kindertagesstätte

Der Eintritt in die Gemeinschaftsbetreuung einer Kindertagesstätte ist ein bedeutender Übergang für Ihr Kind, wie auch für Sie als Eltern.

Es lernt unbekannte Erwachsene und Kinder kennen und muss sich an neue Räume und Abläufe gewöhnen. Eine behutsame Eingewöhnung des Kindes in seine Gruppe ist uns daher sehr wichtig. Es ist unser Ziel, dass ihr Kind unseren „Tausendfüßler“ gern besucht.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Eingewöhnungszeit bei jedem Kind unterschiedlich verläuft. Sie beträgt in der Regel zwei zusammenhängende Wochen. In einer Informationsveranstaltung, zu der wir Sie im Vorfeld einladen, erfahren sie alles über unser Eingewöhnungskonzept, alle Dinge, die mitzubringen sind und können natürlich auch Fragen stellen, die sie bewegen.

Die Eingewöhnung ihres Kindes startet mit wenigen Stunden in der Kindergruppe und verlängert sich über die zwei Wochen stetig. Diese Zeit sollten sie als Eltern unbedingt einplanen. Nähere Informationen zu unserem Eingewöhnungskonzept finden Sie im Anhang dieser Konzeption.

Ein Elternteil begleitet das Kind in unseren „Tausendfüßler“. Am ersten und zweiten Tag werden Sie mit ihrem Kind gemeinsam die Kinder, die Umgebung und die Erzieher ihrer Gruppe kennen lernen. Das wird Ihr Kind beruhigen und es fühlt sich beschützt. Geben Sie, als Bindungsperson, Ihrem Kind die Möglichkeit seine neue Umgebung zu erkunden und unterstützen sie es bei der Kontaktaufnahme zu den Kindern und Erziehern. Dabei bestimmt das Kind selbst über die Nähe und die Distanz, die es zulassen möchte.

Am dritten Tag, wird ihr Kind schon eine halbe Stunde allein in der Gruppe sein. Bitte verabschieden Sie sich für diese Zeit von Ihrem Kind und sagen, dass Sie wieder kommen. Tag für Tag wird ihr Kind Fortschritte machen und zu den Erziehern langsam Vertrauen und eine Bindung aufbauen. Je länger es in der Einrichtung ist, umso mehr Eindrücke sammelt Ihr Kind. Über den Verlauf der Eingewöhnung sprechen wir täglich mit Ihnen und planen gemeinsam den nächsten Tag. Jedes Kind verarbeitet die Trennung von seinen Eltern anders. Kurzzeitige Veränderungen im Wesen oder im Schlafverhalten können sie als Eltern verunsichern. Bedenken Sie, werte Eltern, ihr Kind muss nun viele Eindrücke verarbeiten. Wir stehen ihnen gern für die Beantwortung ihrer Fragen zur Verfügung.

Um uns und unseren Alltag besser kennen zu lernen, laden wir sie in den ersten zwei Wochen zu einem Gespräch ein. So soll es gelingen, alsbald eine Partnerschaft aufzubauen, zum Wohle ihres Kindes in unserem „Tausendfüßler“.

 6.2 Vorbereitung und Begleitung des Übergangs in die Schule

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist für alle Beteiligten eine besondere Zeit und mit vielen Veränderungen und Erwartungen der Kinder, wie auch der Eltern verbunden. Damit die Mädchen und Jungen sich mit Zuversicht, Neugier und Freude auf ihre neue Situation einlassen können, ist es von großer Bedeutung, dass dieser Übergang vom Kindergartenkind zum Schulkind als positiv und besonders erlebt wird.

Die Vorbereitung auf die Schule verstehen wir als Prozess, der bei uns nicht erst im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung beginnt, sondern die ganze Kita-Zeit über verläuft. Besonders wichtig ist uns, dass die Kinder verschiedenste Kompetenzen entwickeln:

Lernmethodische und kognitive Fähig- und Fertigkeiten:

– zuhören können, um Anleitungen zu verstehen und auszuführen

– 10 – 20 Minuten auf eine Sache konzentrieren können

– Zahlenverständnis von 1 – 10

Sprachliche und kommunikative Kompetenzen:

– altersgerechter Wortschatz inDeutsch

– verständlich, laut, deutlich und grammatikalisch richtig fragen und antworten

Soziale und emotionale Kompetenzen:

– Freunde finden

– andere akzeptieren und rücksichtsvoller Umgang

– mit Fehlern und Irrtümern umgehen können

– Verantwortung für eigene Materialien übernehmen

Motorisch- körperliche Kompetenzen:

– Schneiden, Stifthaltung

– selbständiges An- und Ausziehen

– Freude an der Bewegung haben

Musisch und künstlerische Fähigkeiten:

– Freude beim Gestalten und Malen haben

– gern singen und tanzen

Alltägliche und thematische Grundkenntnisse:

– Kenntnisse zu Fragen der Natur, des Alltags haben

– Wissen, wie man sich im Straßenverkehr verhält

Dennoch richten wir das letzte Kita-Jahr gezielt auf den Übergang aus. Ihre Kinder sind nun die „Großen“ in unserem Haus und sollen das genau so empfinden und genießen.

Verschiedene Höhepunkte, wie Ausflüge, eine Lesenacht, Auftritte zu bestimmten öffentlichen Veranstaltungen in Taucha und, nicht zu vergessen, die Abschlussfahrt, machen das letzte Jahr im „Tausendfüßler“ zu etwas besonderem für jeden Schulanfänger.

Dazu zählt auch, dass die „Großen“ monatlich zum „Elterncafe“ einladen. Hier können Eltern oder Großeltern ihre Bestellung bei den Kindern aufgeben und werden, wie in einem richtigen „Cafe“, bedient. Bei Kaffee und von den Kindern selbst gebackenem Kuchen sollen sie sich entspannen und miteinander ins Gespräch kommen.

Seit mehreren Jahren besteht zwischen der Grundschule „Regenbogenschule“ und unserer Einrichtung ein Kooperationsvertrag. In diesem werden die Gestaltungsmöglichkeiten für die Zusammenarbeit geregelt.

Im Mittelpunkt all unserer Bemühungen steht immer das einzelne Kind mit seinem individuellen Können und seinen Bedürfnissen, denn jedes Kind ist einmalig. Wir unterstützen und begleiten Ihre Kinder beim Übergang in die Schule, damit sie offen, neugierig und gestärkt diesen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt gehen.

7. Integration

Unsere Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ ist keine integrative Einrichtung.

Dennoch verstehen wir uns als ein Haus, dass Integration lebt. Wir betreuen derzeit mehrere Kinder aus anderen Ländern, also anderer Nationalitäten. Wir unterstützen sie dabei sich möglichst frühzeitig an den Spiel-, Lern- und Kommunikationsprozessen in der Kindergruppe beteiligen zu können. Wichtig ist, mit den Kinder viel zu sprechen, so dass sie die deutsche Sprache kennen lernen – denn Sprache lernt nur der, der spricht!

Wir empfehlen den Eltern die deutsche Sprache auch zu Hause anzuwenden, z.B. durch Bilderbücher oder kindgerechte, altersentsprechende Fernsehsendungen.

Die Kinder haben den großen Vorteil bilingual aufzuwachsen, da zu Hause meist ihre Muttersprache gesprochen wird. Sprache und Kultur bilden die Identität eines Kindes. Für uns und die Kinder ist es interessant die Kultur des jeweils anderen kennenzulernen, zu erfahren wo das Land ist, aus dem seine Familie stammt und wie man dort lebt. Es ist uns wichtig, dass die Eltern uns ihre Kinder gern anvertrauen und sie regelmäßig in die Kita bringen. Dadurch entsteht ein Kontakt und wir können ihnen z.B. erläutern, was ihr Kind am heutigen Tag in der Einrichtung getan hat oder was es benötigt, wenn wir einen Wandertag unternehmen.

8. Die wichtigsten Bildungsexperten der Kinder sind die Eltern

8.1 Ziele und Formen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Sie als Eltern sind die Erziehungsberechtigten und die Experten für die Entwicklung ihres Kindes. Die Beziehung zwischen Ihnen, den Eltern, und uns, den pädagogischen Fachkräften, betreffen stets unmittelbar das Kind.

Die Familie und der Kindergarten sind zwei Lebenswelten, in denen sich Ihr Kind schnell zu Recht findet und die es wechselseitig beeinflussen. Obwohl es sich lange Zeit des Tages in der Kindertagesstätte aufhält und auch hier enge Beziehungen zu Erwachsenen aufbaut, ist die Familie sein wichtigster Bezug.

Vom ersten Tag an ist die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Pädagogen sehr wichtig. Sie dient immer dem Wohle des Kindes. Unser Ziel ist eine gelingende Kooperation, in der sich beide als Partner begegnen. Diese Partnerschaft baut auf Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen, Respekt, Akzeptanz, Geduld und Offenheit auf.

Die Verbindung zwischen den Eltern und Erziehern wird durch gegenseitige Inforationen unterstützt. Wir gestalten den Alltag in unserem „Tausendfüßler“ transparent, indem wir über den Tagesablauf im „Tagebuch“ der Gruppe informieren oder durch gestaltete Aushänge.

So erfahren Sie, was in den Gruppen geschieht und wie Lerninhalte durch die Fachkräfte vermittelt werden. Neben den Tür- und Angelgesprächen bieten wir Ihnen auch Entwicklungsgespräche an. Aufbauend auf dem Fachwissen der Erzieher und ihren entwicklungspsychologischen Kenntnissen erfahren sie hier ausführlich, wie sich ihr Kind entwickelt, welche Lernfortschritte es macht und was ihm Schwierigkeiten bereitet.

8.2 Das Entwicklungsgespräch

Das Entwicklungsgespräch ist ein Gespräch zwischen den Eltern und der pädagogischen Fachkraft. Es findet mindestens einmal im Jahr, zum Geburtstag des Kindes, statt.

Den Termin legen die Erzieher in Absprache mit den Eltern fest und planen dafür ausreichend Zeit ein.

Jedes Gespräch bedarf einer Atmosphäre des Vertrauens und des offenen und findet auf Grundlage gezielter und planmäßiger Beobachtungen statt. Dazu nutzen die Kollegen verschiedene Beobachtungsverfahren, wie z. B. Beller und Beller, LUW 4 und 5 und Grenzsteine der Entwicklung.

Das Portfolio ist ebenfalls ein wichtiges Instrument, anhand dessen die pädagogische Fachkraft die Entwicklung ihres Kindes anschaulich macht. Sie wird im Gespräch ihren Blick auf das Kind erläutern und Ihnen aktiv zuhören, wenn Sie als Eltern über Ihr Kind sprechen.

8.3 Zusammenarbeit mit dem Elternrat

Der Elternbeirat bildet eine Brücke zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern.

Er vermittelt und berät bei Problemen, Fragen, Ideen und Wünschen seitens der Eltern und kann bei Konflikten eine Vermittlungs- und Schlichterfunktion einnehmen. Wir als Pädagogen nutzen den Elternrat, um unser Konzept weiter zu entwickeln, sowie Ziele und Methoden unserer pädagogischen Arbeit transparent darzustellen.

Die Aufgaben des Elternrates sind sehr vielfältig und abwechslungsreich. Durch die Mitwirkung in diesem Gremium erhalten Eltern einen intensiveren Einblick in das Kindergartengeschehen. Sie lernen andere Eltern in der gemeinsamen Arbeit kennen und haben die Möglichkeit Angebote für die Kinder im Kindergarten zu unterstützen und viele Eltern zu motivieren.

Wir hoffen auf die Unterstützung des Elternrates bei Festen, Feiern, Projekten oder Arbeitseinsätzen, um die Bedingungen für unsere Kinder im Haus, bzw. im Freigelände zu verbessern.

8.4 Familienbildung

Grundlegend gehen wir als Kindertagesstätte davon aus, dass Eltern an einer Erziehungspartnerschaft interessiert sind. Daher nimmt die Familienbildung für uns einen besonderen Stellenwert ein, mit dem Ziel, Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen präventiv und frühzeitig zum Wohle des Kindes zu unterstützen und zu begleiten.

Das bedeutet für uns, dass wir uns mit den Eltern abstimmen und bei Bedarf stellen wir entsprechende Kontakte her. In diesen Prozessen stehen wir stets beratend zur Verfügung.

Familienbildung heißt für uns aber auch, Familien in unsere pädagogische Arbeit mit einzubeziehen und sie an der Bildung ihrer Kinder teilhaben zu lassen. Das geschieht durch Aushänge mit Bildern und Erklärungen, themenorientierte Elternabende oder Infoveranstaltungen, aber auch durch Feste und die Unterstützung bei Wandertagen und Ausflügen.

Sie als Eltern interessieren sich für den Tagesablauf ihres Kindes in unserem Haus. Wir können Ihnen unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit nur durch die Transparenz unseres Tuns näher bringen. Sollten Sie dennoch Fragen haben und mehr Informationen wünschen, so sprechen Sie uns an. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit.

9. Netzwerkarbeit

9.1 Zusammenarbeit mit dem Träger

Wir arbeiten eng mit unserem Träger, der Volkssolidarität Leipziger Land/ Muldental e.V. zusammen.

Besonders interessant ist der regelmäßige Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Einrichtungen unseres Trägers. Wir profitieren von den Erfahrungen und Erkenntnissen und können so unseren „Tausendfüßler“ weiterentwickeln.

Schwerpunkte unserer Zusammenarbeit sind:

– Umsetzung der Trägerkonzeption für Kindertagesstätten

– gemeinsame Umsetzung des pädagogischen Rahmenthemas; derzeit „Familienbildung“

– fachliche Anleitung durch die Fachberater des Trägers

– regelmäßige Beratungen zu Belangen der Kindertageseinrichtungen

– Abstimmung über die Vorstellung zur Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung

– Abstimmung zu Fragen der Haushaltsführung

– Zusammenarbeit zum Thema Integration in der Kindertagesstätte

– gemeinsame Lösung bei Konflikten, die Mitarbeiter oder Eltern betreffen

9.2 Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Taucha

Die Kindertagesstätten in Taucha sind Orte der Begegnung für viele Familien und ihre Kinder. Die Kinder sind unsere Zukunft und sollen gute Bedingungen für ihr Aufwachsen in der Stadt vorfinden. Dafür tragen die Stadtverwaltung und die Kindertagesstätten gemeinsam eine große Verantwortung.

In regelmäßigen Zusammenkünften werden wichtige Punkte, die unsere Einrichtungen betreffen besprochen. So auch u.a.:

– Pflege der Planungslisten für die Vergabe von Krippen und Kita-Plätzen

– Gemeinsame Planung eines jährlich stattfindenden Festes für die Kinder

– Kontakten zu verschiedenen Vereinen

– Teilnahme am öffentlichen Geschehen der Stadt (z.B. Weihnachtsmarkt)

9.3 Zusammenarbeit mit Therapeuten und anderen Fachkräften

Jedes Kind ist einzigartig und unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit von anderen Kindern. Es ist besonders, hat Stärken und durch sein Temperament, seine Anlagen und seine Eigenaktivitäten ein eigenes Entwicklungstempo.

Uns, als pädagogischem Fachpersonal ist es möglich, an Hand unserer Beobachtungen Schwächen in seiner Entwicklung zu erkennen. Im Gespräch mit Ihnen, den Eltern, werden wir entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten anregen und mögliche Therapeuten empfehlen.

Dazu zählen wir z.B. Logopäden, Ergotherapeuten, die Frühförderung und andere Fachkräfte, die die Förderung ihres Kindes unterstützen und auch uns pädagogische Fachkräfte beraten, um das Beste für Ihr Kind zu bewirken.

9.4 Zusammenarbeit mit der Grundschule und dem Hort

Wir „Tausendfüßler“ pflegen seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit zu beiden Tauchaer Grundschulen und ihren Horten.

In enger Kooperation arbeiten wir mit der „Regenbogenschule“ zusammen. Jährlich wird ein Kooperationsplan erstellt, in dem u.a. Termine für Schulbesuche und Lesestunden vermerkt sind, ebenso wie die Hospitationen der Beratungslehrerin Frau Leonhardt bei bestimmten Lernangeboten für unsere Schulanfänger.

Das letzte Kindergartenjahr ist für jedes Kind etwas besonderes, es soll gestärkt und voller Freude dem Schulstart entgegen sehen. Daher ist es wichtig, dass es das Schulgebäude, mit seinen Räumen und auch den Hort kennenlernt.

Für die Eltern ist ein gemeinsamer Elternabend zu Beginn des letzten Schuljahres wichtig, um mehr über die Schuleingangsphase und Abläufe in der Schule zu erfahren.

9.5 Öffentlichkeitsarbeit

In der Öffentlichkeit präsentieren wir unseren „Tausendfüßler“ und die pädagogische Arbeit unseres Teams.

Dazu nutzen wir die Presse, die LVZ oder den „Stadtanzeiger“, vor allem aber unsere Homepage „Kita Tausendfüßler Taucha“ (www.tausendfuessler-taucha.de). Hier können Sie inhaltliches und aktuelles nachlesen. Sie finden Artikel über Vorhaben und Projekte, genauso, wie Dokumentationen zu Veranstaltungen in unserem Haus.

Um unsere Einrichtung für die Öffentlichkeit transparent zu machen, laden wir Interessierte ein, sich unseren „Tausendfüßler“ anzusehen. (Wir bitten um Terminabsprache.)

Gern zeigen unsere Kinder ein Winterprogramm auf dem Tauchaer Weihnachtsmarkt oder besuchen Rentner im Altenpflegeheime und im Betreuten Wohnen, um mit ihnen zu singen oder ein Märchen aufzuführen.

10. Beschwerdemanagement

10.1 Beteiligung der Eltern

Eltern haben das Recht, sich mit Hinweisen, Anregungen und Ideen an die Erzieherinnen, die Einrichtungsleiterin und die Elternvertreter zu wenden. Das Erzieherinnenteam nimmt gern Verbesserungsvorschläge entgegen, die zum Wohle des Kindes und seiner Entwicklung dienen. Teilhabe und Mitwirkung der Eltern am pädagogischen Geschehen sind für die Erzieherinnen unersetzlich.

Das Beschwerdemanagement zeichnet sich dadurch aus, dass jegliche Formen von Beschwerden möglich sind. Nur wenn der Dialog auf gegenseitigem Respekt, persönlicher Wertschätzung, Vertrauen und Offenheit beruht, können wir den Kindern ein harmonisches Umfeld mit bestmöglicher pädagogischer Betreuung anbieten.

Bei möglichen Unklarheiten sollte zuerst immer die Erzieherin angesprochen werden. Gemeinsam werden dann Absprachen für Lösungen getroffen, die auch dokumentiert werden. Im Anhang finden Sie unser Beschwerdemanagement. Es werden Zielstellungen vereinbart und die Eltern erhalte eine Rückmeldung zur Lösung des Problems. Die pädagogische Fachkraft oder die Leiterin, die die Beschwerde entgegen genommen haben, sind bis zu seiner Lösung in der Verantwortung gegenüber den Eltern.

Grundsätze des Beschwerdemanagements:

1. Jede Erzieherin widmet sich allen Beschwerden von Kindern und Eltern.

2. Beschwerden, die die Erzieherin selbst lösen kann, bearbeitet sie selbst. Sollte eine

Problemlösung nicht möglich sein, fertigt sie eine Gesprächsnotiz mit Datum, Namen und

Beschwerdegrund an. Die Einrichtungsleiterin wird über die Beschwerde, den eventuell

Lösungsvorschlag und die bereits eingeleitete Maßnahme informiert.

3. Der Beschwerdevorgang wird in einem Beschwerdeerfassungsbogen dokumentiert (siehe

Anlage), darin wird das Problem erfasst und eine Lösung formuliert. Die Erzieherin gibt

den Eltern in jedem Fall ein entsprechendes Feedback.

4. Die Eltern werden in regelmäßigen Abständen auf die Möglichkeiten des

Beschwerdemanagements hingewiesen.

5. Mögliche Beschwerdeformen:

– schriftlich per Brief, Fax oder E-Mail

– mündlich im persönlichem Gespräch oder per Telefon

– Vereinbarung von Sprechzeiten mit der Erzieherin oder der Einrichtungsleiterin

Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist die Basis für Beteiligung und Beschwerde.

Formen der Beteiligung für Eltern in unserer Kindertagesstätte:

– Mitarbeit im Elternbeirat,

– Teilnahme an Elternabenden,

– Fotodokumentationen,

– Mitwirkung und Organisation von Festen und Feiern,

– gemeinsames Führen von Entwicklungsgesprächen,

– Führen eines offenen und regen Erfahrungsaustausches,

– Teilnahme an Arbeitseinsätzen,

– Besuch unseres monatlich stattfindenden „Elterncafes“, dass von den Schulanfängern

organisiert wird

10.2 Beteiligung der Kinder

Kinder verbringen einen großen Teil des Tages in unserem „Tausendfüßler“. Wir schaffen den Kindern hier einen Lebensraum, in dem sie den Alltag und das Zusammenleben mit anderen Kindern und uns Erwachsenen entsprechend ihres Alters mitgestalten sollen.

Partizipation (=Teilhabe/ Mitbestimmung) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind. Partizipation ist ein wesentliches Element demokratischer Lebensweise und bedeutet für uns, Kinder ernst zu nehmen und in möglichst viele Entscheidungsprozesse, die ihre Persönlichkeit betreffen, einzubeziehen und sie an vielem, was das tägliche Zusammenleben betrifft, zu beteiligen. Dabei werden sie von uns individuell begleitet und unterstützt, um beteiligungsfähig zu werden.

Die Basis für gelebte Partizipation ist immer die Beziehung zwischen den Kindern ihren Eltern und den pädagogischen Fachkräften. Eine gelungene Eingewöhnung Ihres Kindes in unserem „Tausendfüßler“ ist die Voraussetzung, dass es sich in unserem Haus wohl fühlt und Sie als Eltern Vertrauen in unsere Arbeit gewinnen.

Partizipation beschreibt das Recht des Kindes, seine Meinung frei zu äußern. Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, diese Meinung angemessen und entsprechend seines Alters und seiner Reife zu berücksichtigen.

Dieses Recht ist u.a. im SächsKitaG vom 27. November 2001 und im Bundeskinderschutzgesetz (BKischG) vom 1. Januar 2012 niedergeschrieben und somit ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Partizipation mit Kindern setzt eine bestimmte Haltung und Einstellung der Fachkräfte gegenüber Kindern voraus. Wir nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung, Respekt und Wertschätzung. Wir sind uns dabei unserer Vorbildfunktion bewusst.

In unserem Haus sollen die Kinder lernen gemeinschaftsfähig und solidarisch zu handeln.

1. Jeder kann seine Meinung äußern, denn sie ist uns wichtig!

– Entscheidungen zur Tagesgestaltung werden gemeinsam getroffen

– bei Abstimmungen zählt jede Stimme gleich viel

2. Konflikte lösen wir gewaltfrei und möglichst gerecht!

– Kinder müssen das „Streiten“ lernen

– jeder ist einmalig und darf anders sein und anders denken

– Der Erzieher hilft uns bei einer Lösung erst, wenn wir keine finden.

3. Wir achten den Anderen und nehmen Rücksicht aufeinander!

– Wir helfen einander.

– Wir lachen niemanden aus

– Wir hören dem anderen zu und lassen ihn ausreden.

Mit diesen Punkten beschreiben wir Werte, die unser Miteinander regelt und fördern die soziale Kompetenz jedes Kindes.

Der tägliche Morgenkreis wird von uns als Methode genutzt, um Dingen, die alle betreffen zu besprechen und eigene Bedürfnisse zu äußern. Hier werden Vorschläge gemacht, die wichtig sind, um Vorhaben für den Tag oder die Projektarbeit zu planen. Die Meinungen und Wünsche jedes Kindes werden gehört. Wichtig ist, dass die Kinder lernen ihre Vorschläge mitzuteilen, offen sind für die Themen aller Kinder und respektvoll mit den Empfindungen des Gegenübers umgehen. Im Morgenkreis, oder in Gesprächsrunden, besprechen wir auch Fehlverhalten von Kindern und das von uns Erziehern.

Bei all dem sollen die Kinder wahrnehmen, dass ihr Engagement etwas bewirkt und ihre Meinung zählt. Vorschläge der Kinder greifen wir auf. Sie können diese dann umsetzen und stellen dann selbst fest, ob sie realisierbar sind. Kinder lernen in diesen konkreten Situationen und müssen auch Misserfolge verarbeiten. Wir belehren die Kinder im Vorfeld nicht, sondern lassen sie probieren und bei Bedarf nach neuen Lösungen suchen.

Täglich durchlaufen die Kinder Entwicklungsprozesse, die wir durch Bilder und Symbole transparent machen. Bei Abstimmungen benutzen sie z:B. das bekannte Handzeichen, aber auch das Legen von „Muggelsteinen“. Die Kinder und Pädagogen sind hier sehr kreativ und gestalten solche Entscheidungen immer anders.

Nicht jedes Kind äußert seine Wünsche oder seine Meinung frei. Wir, als pädagogische Fachkräfte unterstützen und begleiten die Kinder, um sie mutiger zu machen sich an Prozessen und Abläufen zu beteiligen.

Jeden Tag sind die Kinder gefordert, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Sie entscheiden selbst, ob sie am Angebot teilnehmen, mit wem sie spielen, oder mit welchen Materialien sie sich beschäftigen möchten. Seine Bedürfnisse muss es mit denen der anderen Kinder der Gruppe abstimmen, Das heißt, dass es die, schon im oberen Teil, beschriebenen Regeln altersentsprechend anwendet. Diese und andere Regeln wurden gemeinsam in der Gruppe besprochen, festgelegt und dann visualisiert. Mit den Kindern haben wir Karten gestaltet, die die Gruppenregeln beschreiben. (z.B. „Psst – zu laut“, „Streiten – ohne Hauen“ usw.)

Eine Beschwerde können die Kinder mündlich, durch Zeichnungen, aber auch durch Mimik und Gestik äußern. Wir Erwachsene gehen empfindsam auf Signale, wie weinen, wütend und aggressiv sein, ein.

Diese nonverbalen Ausdrucksformen und die Emotionen des Kindes nehmen wir ernst und versuchen das Kind zu beruhigen, um dann mit ihm zu sprechen. Wir fragen nach den Gründen und suchen mit ihm eine Lösung.

Das Zusammenleben mit vielen Kindern bringt auch Konflikte mit sich. Streitereien und Auseinandersetzungen sollen die Kinder möglichst selbst miteinander lösen. Die Kinder und auch wir Erwachsenen nutzen hier unseres erworbenen Wissens und die Methoden aus dem „Freunde-Projekt“. (Streitregeln einhalten, keine Raufereien, nicht schlagen)

Es gelingt gut, dass die Kinder ihren Kindergarten, z.B. ihre Spielmaterialien und ihr Freigelände achtsam behandeln. Sie informieren die Erzieher, den Hausmeister oder die Leiterin, wenn sie Gefahren sehen. Für uns ist es enorm wichtig, dass uns die Kinder ihre Sicht der Dinge mitteilen, sachkompetent agieren und Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen.

Verantwortung übernehmen die Kinder ebenso, wenn sie als Gruppe den Speiseplan abwechselnd für eine Woche mit der Küchenfrau gestalten. Sie lernen auf eine gesunde, vielförmige Ernährung zu achten. Wenn neue Speisen ausprobiert werden, geben sie der Küchenfrau die entsprechende Rückmeldung, ob es geschmeckt hat. Bei dem Mahlzeiten bestimmen die Kinder selbst wie viel sie essen und ob sie alle Komponenten des Essens probieren.

Grundlage der gelingenden Beteiligung von Kindern ist ein gutes Verhältnis zwischen der Fachkraft und dem Kind. Es soll sich vertrauensvoll an uns wenden und über seine Probleme sprechen. Unsere Beobachtungen und Dokumentationen dienen dazu, die kindlichen Signale zu erkennen und auf sie zu reagieren. Deshalb sind wir vom ersten Tag an, den das Kind in unserer Einrichtung verbringt, darauf bedacht, ihm als Bindungsperson Nähe und Geborgenheit zu geben. Die Kinder wissen, dass sie sich jederzeit auch an die anderen Kollegen oder die Leitung wenden können. Sie lernen ihre Rechte von klein auf bei uns kennen und zu gebrauchen, um ihre Wünsche oder Beschwerden mitzuteilen.

Unser Team geht professionell mit Beschwerden um, da wir eine gemeinsame Haltung dazu entwickelt haben. Das Beschwerdemanagement unserer Kindertagesstätte ist allen Kollegen bekannt und wir handeln danach. Beschwerden sind für uns eine Mittel, um unsere pädagogische Arbeit, aber auch Prozesse und Abläufe zu hinterfragen und bei Bedarf zu überarbeiten. Unserer Ziel ist, uns mit der Qualität unserer Arbeit stetig auseinandersetzen. Das fördert einen offenen und ehrlichen Umgang zwischen den Kindern, ihren Eltern und uns, den pädagogischen Fachkräften.

Die Beobachtung der Kinder hilft uns einzuschätzen, was wir dem einzelnen Kind zutrauen können, z.B. beim Spiel im Wald oder auch bei einem Konflikt mit einem anderen Kind. Es soll sich selbstbestimmt bewegen und ausprobieren, ebenso wie es lernt seine Meinung zu vertreten. Hier haben wir das Wohl und die Gesundheit des Einzelnen immer im Blick und mischen uns erst ein, wenn das Kind oder die Gruppe in Gefahr sind.

In Dienstberatungen oder kollegialen Beratungen treffen wir Absprachen im Team, um die Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder zu prüfen und evtl., notwendige Veränderungen oder die Wünsche der Kinder zu besprechen. Die Meinung der Kinder ist auch gefragt, wenn z.B. ein Zimmer neu gestalten wird oder über Ausflugsziele entschieden wird.

Ihr Kind findet in unserem Kindergarten einen Rahmen vor, der zum Einen seinen Alltag strukturiert und ihm Freiheiten und Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Der Morgenkreis, Gesprächsrunden und andere Rituale unterstützen dies genauso, wie feste Essenszeiten und die dazugehörenden Tischsitten.

Wichtig sind uns auch Freiheiten, wie z.B. „heute“ mal den Spielplatz im Wohngebiet zum Spielen auf zu suchen oder das Lernangebot auf morgen zu verschieben, um das Spiel nicht unterbrechen zu müssen.

Neben den genannten demokratischen Grunderfahrungen, die ihre Kinder in unserer Kindertagesstätte machen, verstehen wir Partizipation auch als „Schlüssel zur Bildung“.

Bildung ist immer ein sehr individueller und persönlicher Prozess. In der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt entwickelt jedes Kind seine eigene, ganz persönliche Bildungsbiografie. Neue Zusammenhänge und Erkenntnisse bringt es mit schon vorhandenem Wissen in Verbindung. So erweitert und verändert das Kind seine Sicht auf die Welt.

Bildung ist dabei das aktive Handeln des Kindes und wird von ihm selbst geleistet. Wir bieten dem Kind vielfältigste Lernanlässe und beachten dabei alle Bildungsbereiche. Lernen muss das Kind schließlich selbst. Wir helfen ihm das Lernen zu lernen, welche Hilfsmittel es nutzen kann und das der Austausch untereinander auch neue Erkenntnisse für das einzelne Kind mit sich bringt.

Der Situationsansatz“ bietet beste Voraussetzungen für Mitbestimmung und Teilhabe. Aus den Vorschlägen und Ideen der Kinder, gepaart mit unseren Beobachtungen entstehen Projekte, die die Themen der Kinder aufgreifen und sie neugierig auf die Welt machen.

Wir Pädagogen sind dabei nicht die Initiatoren, sondern die Begleiter und Unterstützer. Unser methodisches Wissen und Können nutzen wir, um alle Kinder zu erreichen und herauszufordern. Gern nutzen wir dabei die Gegebenheiten der Stadt Taucha z.B. mit seinen vielen Handwerksbetreiben, der Bibliothek, dem Schloss, seiner grünen Umgebung und den vielen baulichen Maßnahmen. Uns, als pädagogischen Fachkräften ist es wichtig, mit den Kindern gemeinsam ihre Heimatstadt kennen zu lernen und zu beobachten, wie sie sich weiter entwickelt. Daraus entstehen auch Kontakte, auf die Kinder zurück greifen, wenn sie z.B. die Reparatur eines Spielgerätes mit planen oder für unsere Naschecke Bepflanzungen einkaufen möchten. Sie wissen wen man fragen könnte, bzw. wo es was gibt.

Zu Sachbüchern, Nachschlagewerken, Zeitschriften haben die Kinder jederzeit freien Zugang. In allen Gruppen finden sich Lern- und Wissensspiele, die gern ausgetauscht werden. Für Experimente steht den Kindern ein „rollendes Labor“, zur Verfügung. Die Fachkräfte vermitteln hier z.B. Wissen, dass sie in Weiterbildungen der „Kleinen Forscher“ erworben haben.

Es gibt Konstruktionsspielzeug, Naturmaterialien, wie z.B. Steine, Hölzer oder Korken, genauso, wie die Küche und die Puppe mit dem Puppenwagen. In allen gewählten Spielsituationen sollen sich Kinder ausleben, ihre Fantasie nutzen oder Erlebtes verarbeiten.

Die Beteiligung der Kinder an der Gestaltung ihres Alltags ist für uns Erzieher immer eine Herausforderung. Die genannten Beispiele zeigen, dass unser Team einen Rahmen geschaffen hat, in dem die Kinder ihr Recht auf Mitwirkung und Beteiligung nutzen. Partizipation ist von uns gewünscht und wir teilen unsere Macht mit den Kindern bewusst.

Ihr Kind soll sich bei uns wohl und angenommen fühlen. Wir sind seine Bezugs- und Vertrauenspersonen und gehen empathisch und wertschätzend auf die Bedürfnisse des Kindes ein. Es soll wissen, dass wir ihm zuhören und es sich vertrauensvoll an uns wenden kann. Vertrauen in seine Umwelt machen es stark und Belastungen können es nicht so schnell „aus der Bahn werfen“. Diese Erfahrungen sind wichtig für sein späteres Leben, um mit Krisen und Notlagen umgehen zu können.

Beteiligung und Mitbestimmung werden gelernt. Die Beteiligung unser jüngsten „Tausendfüßler“ ist stark auf die Aktivität des Kindes bezogen und findet auf individueller Ebene statt. Die Partizipation im frühen Kindesalter ist geprägt von einer respektvollen Beziehung zwischen dem Kind und der Fachkraft. Die intensive, gemeinsame Kommunikation ist die Grundlage für die Beteiligung eines Kindes im Krippenalter. Sie bezieht sich eher auf Themen die das Kind direkt betreffen. Vor allem in Pflegeaktionen, wie beim Wickeln oder Anziehen wird das Kind einbezogen. Es zeigt uns, von wem es gewickelt werden möchte. Das Kind soll hier die Aufmerksamkeit der pädagogischen Fachkraft genießen. Die Beteiligung der Kleinkinder an Aktivitäten und die Einbeziehung in Entscheidungsprozessen unterstützen und fördern die Entwicklung des Kindes.

Bei der Gestaltung der Mahlzeiten beteiligen sich die Kinder, wenn sie z.B. ihren Teller und ihre Tasse selbst holen und die Brotdose selbst auspacken. Bei den Mahlzeiten, wie dem Mittagessen, akzeptieren und respektieren wir, wenn es eine Essenvariation ablehnt. So kann es gute Erfahrungen mit der Situation „Essen“ verbinden und hat Entscheidungsmöglichkeiten. Unser Vorgehen bedeutet nicht, dass es keine Grenzen gibt, denn wir sind bemüht dem Kind einfühlsam und angemessen verschiedenes Essen anzubieten. Wir stimmen uns hier mit den Eltern intensiv ab.

Auch im Spiel gibt es Situationen in denen das Kind die Nähe seiner Bezugsperson sucht, auf dem Schoß sitzen möchte, um gemeinsam ein Buch anzusehen oder beim Turm bauen Hilfe möchte.

Wichtig ist uns Pädagogen, dass das Kind sich wohl fühlt und Vertrauen hat. Es wird sich langsam an die Abläufe und Rituale gewöhnen. Wir unterstützen seine selbständige Bewegungsentwicklung und fördern damit seine Selbstsicherheit. Dafür findet es eine anregungsreiche Umgebung mit verschiedensten Materialien vor.

Im Garten haben wir für unsere Jüngsten einen eigenen Spielbereich. Hier finden die Kinder ihrem Alter entsprechendes Spielzeug, einen Klettertraktor und einen großen Sandkasten vor. Wenn sie dann im „großen“ Garten auf Entdeckungsreise gehen, werden sie von allen pädagogischen Fachkräften beobachtet und unterstützt. Die älteren Kinder sind oftmals Paten, die die „Kleinen“ begleiten und mit ihnen spielen.

Partizipation mit Kindern ist und eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen, werte Eltern, als die Experten für ihr Kind, ist uns sehr wichtig. Kritik und Beschwerden werden wir annehmen und im Gespräch mit Ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen. Nur so können wir die Qualität unserer Arbeit weiter verbessern und stellen sicher, dass sich ihr Kind entsprechend seines Entwicklungsstandes selbstbestimmt in seiner Welt bewegt und gesund aufwächst.

11. Handlungsweise bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

11.1 Kinderschutz

Der wirksame Schutz von Kindern vor Gefährdungen wird im Landkreis Leipzig als gemeinsame Aufgabe von Trägern der freien und öffentlichen Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen und anderen Institutionen verstanden. Das Netzwerk für Kinderschutz im Landkreis Leipzig soll als regionales Informations- und Kooperationssystem ausgebaut werden. Das präventive, also vorbeugende Handeln, soll dabei im Vordergrund stehen.

Für die Kindertageseinrichtung bedeutet das vor allem, mit Eltern Kontakt aufzunehmen, wenn sich Hinweise auf eine Entwicklungsstörung oder Entwicklungsverzögerung des Kindes ergeben. Mögliche b. z. w. nötigen Maßnahmen geschehen dann in Ansprache mit den Eltern.

Schutzauftrag für Fachkräfte bedeutet weiterhin:

– Signale von Kindeswohl erkennen,

– Risiken für Kinder im Zusammenwirken mit anderen Fachkräften einschätzen,

– Kontakt aufnehmen zu Eltern und Kindern in Familienkrisen,

– auf Hilfen hinwirken und anbieten,

– Jugendamt einbeziehen, wenn die Hilfen nicht ausreichen um Gefährdungen

abzuwenden.

11.2 Verfahrensweise bei Kindeswohlgefährdung

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefährdungen für ihr Wohl ist nach § 1 Abs. 3 SGB VIII eine gemeinsame Aufgabe öffentlicher Träger und Träger von Einrichtungen und Diensten der Jugendhilfe. Im neu eingefügten § 8a SGB VIII ist mit Wirkung zum 01.10.2005 der „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“ konkretisiert worden.

Die Volkssolidarität Leipziger Land/ Muldental e.V., als Träger der Kindertageseinrichtung „Kinderland“stellt sicher, dass das pädagogische Personal die Einschätzung zur Kindeswohlgefährdung verantwortlich ausführt. Liegt eine Kindeswohlgefährdung oder der Verdacht einer Gefährdung des Kindeswohls vor, wird entsprechend der Handlungsleitlinien des Jugendamtes vorgegangen.

Kann in einem möglichen Gefährdungsfall keine Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes erreicht werden und auch durch das Hinzuziehen einer speziellen Fachkraft für Kindeswohlgefährdung nicht auf die Inanspruchnahme von Hilfen hingewirkt werden, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesetzlich verpflichtet – in Absprache mit dem Träger der Einrichtung – ggf. das Jugendamt zu informieren.

Darüber hinaus achtet die Volkssolidarität Kreisverband Leipziger Land/ Muldental e.V. auf die persönliche Eignung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (gemäß § 72a SGB VIII) und stellt sicher, dass keine Personen, die rechtskräftig wegen bestimmter Straftaten (z.B. Verletzung der Fürsorgepflicht oder sexueller Missbrauch) verurteilt worden sind, beschäftigt werden.

12. Qualitätssicherung

Um dauerhaft unsere pädagogische Arbeit auf einem hohen Niveau zu halten, hinterfragen wir unsere Arbeit stetig. Wir streben neue Ziele an und setzen Verbesserungen um. Impulse des Elternrates, der uns Wünsche und Anliegen der Eltern weitergibt, oder Anregungen aus besuchten Weiterbildungen der Kollegen, werden im Team diskutiert. Nreue Ideen fließen in unsere Arbeit ein.

Mit dem Nationalen Kriterienkatalog „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (Hrsg. W. Tietze und S. Viernickel) haben wir ein Instrument, mit dem wir unsere Arbeit anhand von 20 Qualitätsbereichen überprüfen.

Im Jahr 2006 wurde uns vom Träger nach einer Evaluation beste Fachpraxis entsprechend der Kriterien dieses Kataloges bescheinigt. Vom Träger erhielten wir daraufhin das „Vereinsinterne Qualitätssiegel“.

Die Qualität unserer Arbeit zeigt sich vor allem durch Kinder, die gern in unseren „Tausendfüßler“ kommen und Eltern, die uns ihr Kind am Morgen vertrauensvoll übergeben.

Um die gute Qualität unserer Arbeit zu halten, sind wir aktiv und hinterfragen Abläufe und unserer Tun. Dieser Prozess der Entwicklung unserer pädagogischen Arbeit ist fortlaufend und wird nie abgeschlossen sein.

13. Schlussbemerkungen

Man sollte ein Kind zu dem Menschen heran wachsen lassen, der es ist und der in ihm steckt, denn die unbekannte Person in einem jeden von ihnen, ist die Hoffnung der Zukunft.” (Janusz Korczak)

Dieses Zitat des polnischen Arztes und Pädagogen Janusz Korczak beschreibt unser Anliegen, dass sich die Kinder in unserem Tausendfüßler wohl fühlen, sich entwickeln und neugierig auf die Welt sind und bleiben.

Wir leben, spielen und lernen gern mit Ihren Kindern und möchten, dass sie mit Spaß und Freude am Gruppengeschehen teilhaben und sich jeder mit seiner Einzigartigkeit einbringt.

Unsere Konzeption befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess. Dieser ist abhängig von aktuellen Situationen und den Lebensbedingungen unserer Kinder, der Eltern und uns Fachkräften, genauso wie von den Rahmenbedingungen der Einrichtung und seinem Umfeld.

Daher sehen wir unsere Konzeption niemals als vollständig abgeschlossen an. Demzufolge werden wir sie in regelmäßigen Abständen überarbeiten und fortschreiben.